Die Kraft guter Zusammenarbeit

Gedanken zu Teamarbeit und Kommunikation

(Verfasst von Ruth-Christine Pighin)

An interdisziplinärer Zusammenarbeit führt kein Weg vorbei, wenn wir das Diabetische Fußsyndrom erfolgreich behandeln wollen. Gerade in der stationären Versorgung zeigt sich immer wieder, wie wichtig der enge Austausch zwischen Diabetologie, Fußchirurgie, Angiologie und Gefäßchirurgie ist. Bei komplexeren Befunden kommt bei Bedarf auch die Plastische Chirurgie hinzu. Jede Fachrichtung bringt ihre eigene Perspektive ein, und erst im Zusammenspiel entsteht ein tragfähiges Behandlungskonzept.

Für mich zählt es zu den schönsten Momenten unserer Arbeit, am Ende eines stationären Aufenthalts zu erleben, was durch diese gemeinsame Anstrengung erreicht werden konnte. Viele Patient:innen kommen mit großer Sorge, Unsicherheit oder auch Ablehnung zu uns. Nicht selten stehen Ängste vor Eingriffen, vor Einschränkungen oder vor einem möglichen Verlust der Mobilität im Vordergrund. Umso wichtiger ist es, diese Menschen nicht nur medizinisch zu behandeln, sondern sie zu begleiten, aufzuklären und Schritt für Schritt für die notwendige Therapie zu gewinnen.

Besonders eindrücklich zeigt sich der Erfolg dieser Zusammenarbeit häufig an der Wundheilung. Ein zunächst kritischer Wundbefund kann sich im Verlauf deutlich bessern, Infektionen können kontrolliert, Durchblutungsstörungen erkannt und behandelt und operative Maßnahmen sinnvoll eingebunden werden. Wenn eine Wunde am Ende des stationären Aufenthalts stabil ist, sich deutlich gebessert hat oder teilweise nahezu abgeheilt ist, wird sichtbar, was durch abgestimmtes Handeln möglich wird.

Mit der Entlassung beginnt jedoch ein ebenso entscheidender Abschnitt der weiteren Behandlung. Die stationäre Versorgung kann wichtige Weichen stellen, aber der nachhaltige Behandlungserfolg entsteht erst durch eine verlässliche Weiterführung der Therapie im ambulanten Bereich. Die Zusammenarbeit mit Ihnen als niedergelassenen Diabetolog:innen ist daher eine zentrale Säule des Behandlungserfolgs. Sie kennen viele Patient:innen über lange Zeit, begleiten sie durch unterschiedliche Krankheitsphasen und übernehmen eine Schlüsselrolle in der weiteren Steuerung der Behandlung.

Voraussetzung dafür ist eine gute, klare und unkomplizierte Kommunikation. Eine gelungene Übergabe hilft, Brüche in der Versorgung zu vermeiden und die nächsten Schritte nachvollziehbar zu machen. Deshalb suche ich gerne den direkten Austausch – sei es telefonisch oder über digitale Kommunikationswege. Oft lassen sich Fragen im persönlichen Gespräch schneller klären als über lange Befundwege. Das betrifft Wundverlauf, Antibiotikatherapie, Entlastung, Schuhversorgung, Gefäßstatus oder auch die Frage, wann eine erneute Vorstellung sinnvoll ist.

Von einer nahtlosen Weiterbehandlung profitieren unsere Patient:innen unmittelbar. Sie erleben, dass stationäre und ambulante Versorgung nicht nebeneinanderstehen, sondern ineinandergreifen. Gerade beim Diabetischen Fußsyndrom kann diese Kontinuität entscheidend dafür sein, Komplikationen zu vermeiden, Heilungsverläufe zu sichern und Vertrauen in die Behandlung zu stärken.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich für die gute Zusammenarbeit und die vielen persönlichen Kontakte bedanken. Der direkte Austausch, die kurzen Wege und das gegenseitige Vertrauen sind im klinischen Alltag von großem Wert. Lassen Sie uns die HDG weiterhin als Raum für gelebte Vernetzung nutzen – für fachlichen Austausch, für kollegiale Zusammenarbeit und vor allem für eine bestmögliche Versorgung unserer Patient:innen.

Veröffentlicht am 23.06.2026

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